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F.A.Q

Liebe Leserinnen und Leser,

täglich erreichen uns zahllose Anrufe und Mails mit Fragen rund um das Thema Waldarbeit, Forsttechnik und insbesondere Sicherheit. Das freut uns sehr, weil es zeigt, dass das KWF als das Kompetenzzentrum für Waldarbeit, Forsttechnik und Holzlogistik in Deutschland wahrgenommen und dessen umfangreiches Wissen auch genutzt wird.

Fragen, die uns besonders häufig gestellt werden, werden ab sofort auch in dieser Liste der besonders häufig gestellten Fragen (Frequently Asked Questions) veröffentlicht. Dadurch erhalten Sie eine weitere Möglichkeit (auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten) am Wissen des KWF teilzuhaben.

 

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Eine verunfallte Hose muss sofort ausgesondert werden, auch dann wenn der Unfallschnitt nicht alle Lagen des Schutzmaterials durchtrennt hat. Da die langen Schutzfasern aus der Hose herausgezogen werden, ist nach einem Unfallschnitt das gesamte Bein nicht mehr geschützt.

Die Funktion einer intakten Schnittschutzhose lässt mit der Benutzung im Laufe der Zeit nach. Primär ist die Nutzungszeit anzusetzen, die der Hersteller in seiner Nutzerinformation angibt. Sollte die Nutzerinformation nicht mehr vorliegen, so kann näherungsweise davon ausgegangen werden, dass nach etwa 25 normalen Tragezyklen, die jeweils durch eine Wäsche unterbrochen werden, die Hose ausgesondert werden sollte. Entscheidend ist die Beanspruchung und Verschmutzung zwischen den Wäschen und nicht die absolute Zahl der Wäschen an sich. Eine häufig gereinigte Hose kann auch länger verwendet werden, seltenes Waschen erhöht die Verwendungsdauer nicht, es müssen in diesem Fall weniger Zyklen zugrunde gelegt werden.

Eine Angabe eines sinnvollen Tragezeitraumes in Monaten oder Jahren ist leider kaum möglich, da die Hosen unterschiedlich häufig getragen werden. Bei vollzeitiger Nutzung erreicht man im Profi-Betrieb diese Schwelle etwa nach 1,5 Jahren, wie gesagt mit großer Spanne.

Gelegentliche oder gar seltene Nutzung der Hosen (z.B. bei Brennholz-Selbstwerbern für den Eigenbedarf oder Feuerwehren/THW) können diesen Hinweis der 25 Wasch-Trage-Zyklen i.d.R. nicht befolgen, da die Hosen zu alt würden. Oft wird eine Empfehlung gegeben, die Hosen max. 5 Jahre einzusetzen. Das KWF hat in einem Versuch alte, ungenutzt überlagerte und auch alte, selten benutzte Hosen auf dem Prüfstand geschnitten und keinen erheblichen Leistungsverlust festgestellt. Diese Nutzergruppen könnten die Hosen in gutem Zustand nach diesen Untersuchungsergebnissen bis zu 10-12 Jahre verwenden, wenn die Hosen zwischenzeitlich regelmäßig sachgerecht gewaschen werden und auch weiterhin der aktuellen Normen- und Gesetzeslage entsprechen.

Generell nicht! Es ist sogar empfehlenswert eine neue Hose vor der ersten Nutzung zu waschen. Zum einen werden etwaige Produktionsrückstände (Farbpartikel) aus dem Gewebe entfernt zum anderen Verbessert die erste Wäsche die Schutzwirkung einer Hose mit modernen Schnittschutzeinlagen i.d.R. etwas. Im Betrieb soll eine Hose regelmäßig gewaschen werden. Zum einen aus hygienischen Gründen, zum anderen kann eine Verschmutzung, die bis zur Schutzeinlage vordringt, dauerhaft die Schutzwirkung reduzieren. Die Lebensdauer einer Hose hängt nicht primär von der Zahl der Wäschen ab, sondern von der Verschmutzung, die sie in ihrer Nutzungsdauer gesammelt hat. Häufiges Waschen reduziert die Verwendungsdauer kaum, seltenes Waschen erhöht sie nicht. Unter diesem Aspekt müssen die 25 Tragezyklen interpretiert werden, die unter der Frage „Wie lange kann eine Schnittschutzhose verwendet werden?“ genannt sind. Bei seltener Wäsche reduziert sich also diese Zahl.

Erschwerter Fadenzug an einer alten und verschmutzten Schnittschutzhose

Für Waldarbeiten, die durch geschulte Personen durchführt werden, sind Schnittschutzhosen und -stiefel der Schutzklasse 1 geeignet. Zu den geschulten Personen in diesem Sinne zählen auch Brennholz-Selbstwerber mit einem ordnungsgemäß absolvierten Kurs für Motorsägenführer im Rahmen der Bescheinigungsgültigkeit; siehe auch www.motorsaegenkurs.de .

 

Schnittschutzhosen und –stiefel der Schutzklasse 1 werden oft mit dem Hinweis "20 m/s Kettengeschwindigkeit" gekennzeichnet, während die Motorsägen in ihren jeweiligen Nutzerinformationen seit 2012 deutlich höhere Geschwindigkeiten aufweisen. Die Kennzeichnung des Schnittschutzes mit 20 m/s bezieht sich dabei auf die Geschwindigkeit der Sägekette bei der normgerechten Laborprüfung nach der Norm EN 381 bzw. ISO 11393. Dabei ist die Kettengeschwindigkeit nur ein einziger Parameter unter vielen, die für die Funktion und das Schutzniveau der Schutzhose ausschlaggebend sind. Es ist allerdings der einzige Parameter, der zwischen den Schutzklassen variiert.

 

Wesentliche andere Parameter, die genauso wie die Kettengeschwindigkeit bei einem Unfall Auswirkung auf das Schutzniveau haben, sind die Kettenschärfe, der Auftreffwinkel, der Auftreffpunkt an der Schiene (Abstand zum Ritzel), die Auftreffenergie, die Kettenspannung, die Kettenteilung und die Motorisierung der Säge. Es kann also keinesfalls zurückgeschlossen werden, dass Schutzhosen der Klasse 1 „nur“ bis zu einer Kettengeschwindigkeit an der Motorsäge von 20 m/s Schutz bieten würden.

 

In einem Versuch hat das KWF das zweite Bein einer Hose, deren erstes Bein den normgerechten Schnitt der Klasse 1 mit 20 m/s nicht bestanden hat, auf dem gleichen Prüfstand ebenfalls geschnitten. Bei diesem zweiten Schnitt wurden die Kettenspannung erhöht und die Auftreffenergie reduziert. Die Hose hat diesen zweiten Schnitt mit 28 m/s (Klasse 3) bestanden, obwohl der normgerechte Schnitt auf dem ersten Bein mit Klasse 1 nicht bestanden wurde. Das zeigt, dass die Kettengeschwindigkeit alleine nur ein einzelner Parameter von vielen ist und die Prüfgeschwindigkeit im Labor nicht mit der angegeben Kettengeschwindigkeit einer Motorsäge verglichen werden darf.

Schutzhosen der höheren Schutzklassen führen i.d.R. zu ergonomischen Nachteilen, etwa mehr Gewicht, größere Wärmeisolation oder mehr Steifigkeit als die gleiche Hose in der Klasse 1 haben würde. Diese Hosen können Nutzern empfohlen werden, die diese Nachteile in Kauf nehmen und sich mit einer solchen Hose sicherer fühlen. Ferner könnte sich der Einsatz beispielsweise anbieten, wenn mit einer starken Fällsägen entastet wird (z.B. im stärkeren Laubholzeinschlag), da das Entasten zu den Arbeiten gehört, die stärker durch Motorsägenunfälle gefährdet sind.

 

Irritierend wirkt vielfach die Tatsache, dass seit 2012 die maximale Kettengeschwindigkeit in der Nutzerinformation der Motorsäge angegeben werden muss. Dabei erreichen die Motorsägen heute keine höheren Kettengeschwindigkeiten als in früheren Zeiten. Zudem ist diese angegebene maximale Geschwindigkeit der Kette ca. 33% höher als die Geschwindigkeit bei maximaler Leistung (Nenndrehzahl).

 

siehe auch FTI 7+8 2013

 

 

Video - Schnittschutz-Prüfung beim KWF

Ein Forsthelm, der beaufschlagt wurde, muss ausgetauscht werden. Die Nutzungsdauer intakter Helme gibt der Hersteller in seiner Nutzerinformation an. Diese Angabe gilt primär.

Sollte die Nutzerinformation nicht mehr vorliegen, akzeptiert die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), bei der i.d.R. die Arbeitnehmer öffentlicher Arbeitgeber beschäftigt sind, eine Nutzungsdauer von 4 Jahren ab Prägedatum für thermoplastische Helme (Regelfall). Siehe auch http://www.dguv.de/fb-psa/sachgebiete/sachgebiet-kopfschutz/faq-zum-sachgebiet/welche-lebensdauer-haben-industrieschutzhelme/index.jsp. Duroplastische Helme können länger verwendet werden. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), bei der private Waldbesitzer und Unternehmer versichert sind, hat sich dieser Regelung angeschlossen.

Beispiel einer Produktionsangabe

Arbeitgeber, die die PSA stellen und dafür verantwortlich sind, können eine kürzere Verwendungsdauer festlegen, so akzeptieren einige Bundesländer ein Höchstalter von drei Jahren bei den Helmen.

Der sogenannte Knistertest oder Knacktest, bei dem der Helm seitlich gedrückt wird, um an Knistergeräuschen eine Alterung festzustellen, wird vom KWF nicht empfohlen, da aus unserer Sicht die Genauigkeit und Zuverlässigkeit dieser Testmethode unzureichend ist.

UV-Indikatoren verblassen im Wald und in unseren Breiten i.d.R. zu langsam um einen Aussonderungszeitpunkt ausreichend sicher feststellen zu können. Hier ist die in der Nutzerinformation angegebene Gebrauchsdauer besonders genau zu beachten oder aber dieser Helm ist ebenfalls nach 4 Jahren auszusondern. Meistens geben die Hersteller eine Nutzungsdauer von z.B. 4 Jahren an und ergänzen, dass der Helm bei einem vorzeitigen Ausbleichen des Indikators früher ausgetauscht werden muss.

Die genannten Regelungen betreffen primär die Helmschale aus der Kopfschutzkombination. Die Anbauteile können in gutem Zustand auch weiter verwendet werden. Es ist bei einer Ersatzbeschaffung darauf zu achten, dass der Gehörschutz auch in Verbindung mit dem neuen Helm zugelassen ist, also empfiehlt sich im Zweifel die Ersatzbeschaffung des gleichen Helmtyps. Die zugelassenen Helme für die Aufnahme einer Gehörschutzkapsel findet man in der Nutzerinformation der Gehörschutzkapseln. Sollten die Anbauteile weiter verwendet werden, ist darauf zu achten, dass die Dämpfungselemente des Gehörschutzes ebenfalls einer Alterung unterliegen und mindestens der Hygienesatz der Kapselgehörschützer ausgewechselt werden sollte.

Hygienesatz einer Gehörschutzkapsel

Personen, die einen orthopädisch angepassten Maßschuh oder orthopädische Einlagenversorgung benötigen, haben oft Schwierigkeiten, ein solches Produkt mit zertifizierter Schnittschutzeinlage zu finden. Sogar das Einlegen orthopädischer Einlagen in einen regulären Sicherheitsstiefel mit Schnittschutz führt zu einem Erlöschen der EG/EU-Baumusterprüfung und ist deshalb nicht zulässig.

Im Folgenden geben wir die Kontaktadressen von Firmen bekannt, die uns bekanntermaßen orthopädisch zugerichtete Lösungen anbieten. Diese Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder stellt auch keine Empfehlung dar. Hersteller die vergleichbare Produkte anbieten sind ausdrücklich aufgefordert, entsprechende Informationen ebenfalls zur Verfügung zu stellen.

Schuhe für orthopädische Einlagenversorgung bieten die folgenden Hersteller:

ELTEN GmbH
Ostwall 7-13
47589 Uedem
Telefon: +49 2825 8077, Telefax: +49 2825 8050
Internet: www.elten.com
Artikel 88781 Arborist

KWF-Praxisbericht "Arborist GTX"

 

HAIX-SCHUHE Produktions- und Vertriebs GmbH
Auhofstrasse 10
84048 Mainburg
Telefon: +49 (0)8751 - 86 25 280, Telefax: +49 (0)8751 - 86 25 59
Internet: www.haix.de
Artikel: Protector Pro und Trekker Mountain

KWF-Praxisbericht "Protector Pro"

KWF-Praxisbericht "Trekker Mountain"


Lukas Meindl GmbH & Co.KG
Lukas Meindl Straße 5–9
83417  Kirchanschöring
Telefon: +49/8685/7709-0, Fax: +49/8685/7478, E-Mail: shoes(at)meindl.de
Internet: www.meindl.de

 

Meindl Forststiefel sind erhältlich über

Grube KG
Hützeler Damm 38
29646 Bispingen
tel. 05194 900 0
fax 05194 900 270
E-Mail: info@grube.de
www.grube.de

Artikel: Woodwalker, AirStream und Timber

KWF-Praxisbericht "Woodwalker"

KWF-Praxisbericht "Airstream"


Priebs GmbH & Co. KG
Lupriflex Sicherheitsschuhe
August-Stieren-Str. 20
45721 Haltern am See
Tel.: +49 2364-92670
Fax: + 49 2364-926720
www.sicherheitsschuhe.de bzw. Fachinformationen unter www.sicherheitsschuhe.de/ortho/

Artikel: 3-216 Hunter Low, 3-630 Sportive Hunter und 3-616 Eco Hunter Basic

 

Schuhe für individuelle orthopädische Maßanfertigungen bietet der folgende Hersteller:

Thanner GmbH
Am Fallenweg 30
89420 Höchstädt/Donau
Telefon: 09074/9551-0, Telefax 09074/9551-50

Internet: www.thannershop.de

Extrem Cutter

Ferner kann dem Arbeitsschutzgesetz auch genüge getan werden, indem über einen orthopädisch maßgefertigten Sicherheitsschuh ohne Schnittschutz eine Schnittschutzgamasche gemäß EN ISO 11393-5:2019 getragen wird.

Weiterführende Informationen zur orthopädischen Versorgung bis hin zur Kostenregelung sind vom Sachgebiet Fußschutz der DGUV veröffentlicht.

Motorsägenkurse

Das KWF bietet keine Motorsägenkurse an, aber wir bieten Kursanbietern, die nach unseren Standards arbeiten, eine Plattform an.

Einen Motorsägenkurs einer unserer Instruktoren können Sie hier finden:

Finden von Motorsägenkurs nach Postleitzahlen

Dort tragen Sie einfach Ihre gewünschte Postleitzahl ein, legen den gewünschten Suchradius fest und bekommen direkt alle frei buchbaren Plätze in Ihrem Umkreis angezeigt.

Sollte mal kein Suchergebnis dabei sein, oder das für Sie passenden Angebot noch nicht dabei sein: Wiederholen Sie die Suche mit einem anderem Suchradius oder versuchen Sie es zu einem späterem Zeitpunkt erneut. Vielleicht trägt schon morgen ein Kursanbieter einen Kurs auf der Webseite ein, der für Sie passt.

Eine weitere Möglichkeit wäre die Liste der Instruktoren und Institutionen durchzusehen, welcher Anbieter für Sie in Frage kommen würde. Diesen könnten Sie dann direkt kontaktieren.

Übersicht aller Anbieter KWF-zertifizierter Motorsägenkurse

Das KWF-Gütesiegel für Motorsägenkursanbieter zeichnet Kurse aus, deren bundeseinheitlichen Standards auf einem nachgewiesen hohen Niveau liegen, deren Inhalte umfassend sind und deren Akzeptanz in allen Waldbesitzarten hoch ist.

Die Kurse führen Instruktoren durch, die ihre fachliche und pädagogische Qualifikation nachgewiesen haben.

Die Teilnahme am Motorsägenkurs wird von einer unabhängigen Stelle dokumentiert.

Jeder Teilnehmer erhält seine eigene ID-Nummer.Die Echtheitskontrolle der Teilnahmebescheinigungen ist somit möglich und ebenso ein Ersatz der Teilnahmebescheinigung bei Verlust.

Unter diesem Link finden Sie die Antragsunterlagen für das KWF Gütesiegel. Darin enthalten sind viele Informationen zu Kursstandards, Kosten, Anforderungen an Betriebe, Teilnehmer und Instruktoren und vieles mehr.

Auf die meisten Fragen können Sie dort eine Antwort finden, auch zum Antragsverfahren. Für die verbleibenden Fragen können Sie sich an Frau Schmidt (jessica.schmidt@kwf-online.de) wenden.

Grundsätzlich: Nein.

Aber: jeder Waldbesitzer kann grundsätzlich für seinen Wald entscheiden, ob ein Motorsägenkurs von Selbstwerbern verlangt wird, oder nicht. Sollte ein Waldbesitzer entscheiden, dass ein Kurs nachzuweisen ist, kann er auch festlegen, welcher Kurs und nach welchen Standards dieser gemacht werden soll, um für eine spätere Anerkennung zu genügen. Eine bundesweit einheitliche Regelung gibt es nicht. Es gibt sogar Regionen, in denen nicht einmal landkreisweit einheitliche Regelungen vorliegen.
In zertifizierten Waldbeständen wird i. d. R. immer ein Motorsägenkurs benötigt.

Um eine verlässliche Antwort auf die Frage nach der Pflicht eines Motorsägenkurses zu bekommen, empfehlen wir Ihnen sich direkt an den jeweiligen Waldbesitzer zu wenden. In den meisten Fällen ist das das Forstamt bei Ihnen vor Ort.

Und: Eigentlich ist egal, ob die Teilnahme an einem Motorsägenkurs verpflichtend ist oder nicht: Sinnvoll ist sie in jedem Fall! Auf einem Kurs bei einem Profi kann man sich immer ein, zwei Tipps&Tricks abschauen und etwas dazulernen!

  • Auf den Motorsägenkursen ist eine vollständige und funktionstüchtige persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen.
    Falls Sie über keine Schutzausrüstung verfügen:
    Sprechen Sie Ihren Kursanbietenden an. Einige Kursanbietende bieten Leih-PSA an (evtl. entstehen hier Mehrkosten für eine Leihgebühr oder Reinigungspauschale) oder haben Kontakte zu den entsprechenden Händlern. In jedem Fall bekommen Sie dort aber eine Beratung und Tipps&Tricks vor dem Einkauf. Welche PSA auf ihren Gebrauchswert hin untersucht und ausgezeichnet wurde, erfahren Sie hier.

    • Zur erforderlichen Persönlichen Schutzausrüstung zählen mindestens:
      • Ein Helm mit Gesichts- und Gehörschutz (eine Schutzbrille kann gerne zusätzliche getragen werden, ersetzt aber nicht den Gesichtsschutz; ein Schutz des Gehöres kann auch mit Gehörstöpseln oder einem Bügelgehörschutz erreicht werden)
      • Schutzhandschuhe
      • Schnittschutzhose
      • Sicherheitsstiefel mit Schnittschutzeinlage und Zehenschutzkappe
      • Einem kleinem Verbandspäckchen das an der Person getragen werden kann
      • Im Idealfall tragen Sie während des Kurses eine Jacke für die Waldarbeit. Diese sollte in auffälligen Warnfarben gehalten sein. Alternativ kann dies auch mit einer Sicherheitsweste erreicht werden.
  • Denken Sie bei der Bekleidung auch an das Wetter! Wird es kalt? Soll es regnen? Vielleicht sogar schneien? Kleiden Sie sich entsprechend! In der Regel werden Kurse nicht unter- oder gar abgebrochen, nur weil es ein wenig regnet.
  • Es ist kein offizieller Bestandteil Ihrer PSA, dennoch:
    • Stecken Sie Ihr Telefon ein und lassen Sie es nicht im Auto oder am Kraftstoffkanister zurück!
    • Prüfen Sie, ob Ihr Akku ausreichend geladen ist!
    • Prüfen Sie vor Kursbeginn oder Arbeitsaufnahme im Wald, ob Sie Empfang haben! Wenn nicht, prüfen Sie, wo die nächste geeignete Stelle zum telefonieren ist!
    • Kennen Sie den nächstgelegenen Rettungspunkt? Ihr Instruktor oder Revierleiter bestimmt, fragen Sie ihn und/ oder verwenden Sie die App „Hilfe im Wald“! Diese können Sie kostenfrei herunterladen.
  • Motorsäge?
    Manche Anbietende bringen Motorsägen für alle mit, manche bevorzugen es, wenn Sie mit Ihrer eignen Säge arbeiten. Ob Sie Ihre eigene Motorsäge benötigen erfahren Sie von Ihrem Kursanbietenden. In jedem Fall ist eine funktionstüchtige Motorsäge zu verwenden. Insbesondere die Sicherheitseinrichtungen (nach aktuellem Standard) müssen vorhanden und funktionstüchtig sein.
    Die Motorsäge ist mit biologisch abbaubaren und KWF-geprüften- Kettenöl und Alkylatbenzin (Sonderkraftstoff) zu betreiben. Die geprüften Produkte finden Sie in der Tabelle der untersuchten Gegenstände, wenn Sie unter der Objektgruppe die Suchbegriffe „Sonderkraftstoff“ oder „Kettenöl“ eingeben.
  • Welche Produkte (Geräte, Werkzeug und persönliche Schutzausrüstung) durch das KWF auf ihren Gebrauchswert hin untersucht und ausgezeichnet wurden finden Sie hier.
  • Es ist ebenfalls von Kursanbietenden zu Kursanbietenden unterschiedlich, ob Sie im Laufe des Tages verpflegt werden oder ob Sie selbst etwas zu Essen und Trinken mitbringen sollten. Auch hier empfiehlt sich die Nachfrage direkt beim Kursanbietenden vorab.
  • Das zählt nicht direkt zum „mitbringen“, aber:
    - Teilnehmende dürfen nicht unter dem Einfluss von (Rest-)Alkohol oder anderen Drogen (z. B. auch Medikamenten) stehen.
    - Eine körperliche und geistige Gesundheit sind Grundvoraussetzung zur Teilnahme an einem Motorsägenkurs. (im Anhalt an die „Regel Waldarbeiten“)
    - Das Mindestalter der Kursteilnehmenden ist 18 Jahre. (im Anhalt an das Jugendarbeitsschutzgesetz §22)

Grundsätzlich gilt:

 

a) Der, der Ihnen am meisten zusagt.

 

und/oder

 

b) Der, den Ihr Arbeitgeber/ Ihre Auftraggeberin fordert.

 

Eine kleine Orientierungshilfe können die unterschiedlichen Zielgruppen verschiedener Motorsägenkurse bieten.

 

Motorsägenkurse mit KWF Gütesiegel richten sich vorrangig an Brennholzselbstwerber*innen, Privatwaldbesitzer*innen und andere, nicht-gewerbliche Bediener*innen von Motorsägen. Die Kurse sind in kleinere Einheiten aufgeteilt. Sie haben beispielsweise die Möglichkeit, zunächst nur das Modul A1 (Motorsägenwartung und Einschneiden von liegendem Holz) zu absolvieren.

 

Im Gegensatz dazu richtet sich etwa der sog. "AS Baum 1" der SVLFG vorrangig an Garten- und Landschaftsbauer*innen.

 

Beide Kurse beruhen inhaltlich auf der DGUV Information 214-059.

Die Laufzeit des KWF-Gütesiegels beträgt drei Jahre. Für die Verlängerung benötigen Sie

  • erneut ausgefüllte Antragsunterlagen
  • aktuellen Erste-Hilfe-Nachweis (nicht älter als 2 Jahre, mind. 9 UE)

Unterlagen, Angaben zu Gebühren und weitere Informationen finden Sie hier.

Ob eine Motorsägenkurs-Teilnahmebescheinigung anerkannt wird oder nicht, kann nicht pauschal beantwortet werden.
Das hat zwei Ursachen: 

  1. Welchen Kurs Sie besucht haben und nach welchen Standards dieser Kurs durchgeführt wurde.
    Für Motorsägenkurse gibt es sehr viele Möglichkeiten entsprechende Kurse zu gestalten. Letztlich heißen alle dann Motorsägenkurs, Kettensägenführerschein, Basis- oder Grundlehrgang für Motorsägen oder irgendeine weitere Bezeichnung. Welcher Kurs nun mit welchem vergleichbar ist und daher als „anerkannt“ gilt, ist in der Praxis nicht immer einfach zu unterscheiden und wird daher unterschiedlich gehandhabt.
  2. Es gibt wenige einheitliche Regelungen zur Anerkennung.
    Jeder Waldbesitzer kann grundsätzlich für seinen Wald entscheiden, ob ein Motorsägenkurs von Selbstwerbern verlangt wird, oder nicht. Sollte ein Waldbesitzer entscheiden, dass die Teilnahme an einem Kurs nachzuweisen ist, kann er auch festlegen, welcher Kurs und nach welchen Standards dieser gemacht werden soll, um für eine spätere Anerkennung zu genügen. Eine bundesweit einheitliche Regelung gibt es nicht. Es gibt sogar Regionen, in denen nicht einmal landkreisweit einheitliche Regelungen vorliegen.
    In zertifizierten Waldbeständen wird i. d. R. immer ein Motorsägenkurs benötigt.

Um eine verlässliche Antwort auf die Frage nach der Anerkennung Ihres Motorsägenkurses zu bekommen, empfehlen wir Ihnen sich direkt an die Stelle zu wenden, die denn Motorsägenkurs anerkennen soll. In den meisten Fällen ist das das Forstamt bei Ihnen vor Ort.

Das Arbeiten mit der Motorsäge gehört unstrittig zu den gefährlichen und auch körperlich belastenden Arbeiten. Daher gilt für Motorsägenkurse mit dem KWF Gütesiegel, wie auch für die berufliche Ausbildung, das Mindestalter der Kursteilnehmenden von 18 Jahren. (im Anhalt an das Jugendarbeitsschutzgesetz §22)

Waldarbeit

Nützliche Unterlagen und Informationen für Motorsägenkursanbieter und Teilnehmer bietet die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV).

DGUV Regel 114-018: Waldarbeit 

DGUV Information 214-046: Sichere Waldarbeiten

Weitere Info-Bröschüren der DGUV finden Sie hier.

 

Sehr umfangreiche Informationen sind bei der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) www.svlfg.de/forst  erhältlich, beispielsweise ist dort im Mediencenter die Broschüre „Waldarbeit“ in mehreren Sprachen verfügbar, neben weiteren Broschüren, die wichtige Themen der Waldarbeit abdecken.

Hier ist auch die zu beachtende Unfallverhütungsvorschrift Forsten veröffentlicht. Die UVV Forsten wird auch als  VSG 4.3 bezeichnet (VSG = Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz).